
Der klassische offene Kamin erfüllte bis in das 19. Jahrhundert hinein vor allem eine Heizfunktion – zwar wurde die erste Warmwasserheizung bereits 1716 erfunden, diese war jedoch lange Zeit nur für wohlhabende Menschen der oberen Schichten erschwinglich. Die offenen Kamine waren in der Regel direkt in die Wand eingelassen und mit einer Begrenzung aus Metall versehen, die ein Herausrollen des Brennmaterials verhindern sollte. Auf dem Rost des Kamins wurde meist Holz verbrannt, die entstehenden Gase und der Ruß konnten durch den Schornstein entweichen – so profitierten die Bewohner des jeweiligen Raumes von der Wärme, ohne schädlichen Stoffen ausgesetzt zu sein. Allerdings war die Heizwirkung durch die großen Abzugsöffnungen nicht besonders hoch, etwa 80 Prozent der Hitze gingen verloren – um sich zu wärmen, mussten die Bewohner sich in direkter Nähe des Kamins aufhalten.
Neben den klassischen offenen Kaminen sind heute vor allem sogenannte Kaminöfen gefragt: Diese sind im Regelfall aus Metall gefertigt und können im Gegensatz zum Kamin an einer nahezu beliebigen Stelle im Wohnraum platziert werden – zu beachten ist jedoch, dass Kaminöfen per Rohr mit dem Schornstein verbunden werden müssen. Ein weiterer Unterschied zum offenen Kamin ist die geschlossene Brennkammer des Kaminofens, eine Glastür sorgt für den Blick auf das Feuer. Der Betrieb ist in Deutschland bestimmten Regeln unterworfen, die von der Wärmeleistung abhängen: Liegt diese höher als 15 Kilowatt (kW), so greift das Bundes-Immissionsschutzgesetz, dessen Normen sowohl Hersteller als auch Betreiber binden. Bei Wärmeleistungen unter 15 kW gelten unterschiedliche Landesgesetze. Informationen erhält der Verbraucher oft direkt beim Hersteller des Kaminofens.
Während Kaminöfen auch als Heizung genutzt werden, erfüllt der klassische offene Kamin eine eher dekorative Funktion: Das offene Feuer wird von vielen Menschen mit Gemütlichkeit oder einer romantischen Atmosphäre in Verbindung gebracht. Ein nachträglicher Einbau setzt den Zugang zu einem Schornstein voraus – aufgrund der baulichen Veränderungen, die für das Einlassen in die Wand vorgenommen werden müssen, können sich zum Teil sehr hohe Kosten ergeben.





